Woran du eine veraltete Webseite erkennst
Am Handy mühsam zu bedienen
Öffne deine Seite auf dem Smartphone. Warnzeichen sind Text, den du nur mit Zoomen lesen kannst, Buttons, die so eng beieinanderliegen, dass du danebentippst, und eine Telefonnummer, die sich nicht direkt antippen lässt.
Google nutzt nach eigenen Angaben die mobile Version einer Seite, um sie in die Suche aufzunehmen und einzuordnen. Was auf dem Handy fehlt oder schlecht funktioniert, zählt also auch bei Google.
Spürbar langsam
Wenn Besucher nach dem Antippen erst einmal auf eine leere Fläche schauen, springen manche ab, bevor sie etwas gesehen haben. Ein kostenloser Test ist PageSpeed Insights von Google. Das Tool prüft deine Seite für Handy und Computer und zeigt, was bremst.
Als Richtwert nennt Google: Der größte sichtbare Inhalt einer Seite, etwa ein großes Bild oder ein großer Textblock, sollte innerhalb von 2,5 Sekunden geladen sein. Typische Bremsen sind riesige, nicht komprimierte Bilder, viele zusätzliche Erweiterungen und veraltete Technik.
Die Adresse beginnt nicht mit https
HTTPS bedeutet, dass die Verbindung zwischen Browser und Webseite verschlüsselt ist. Fehlt es, zeigt Chrome neben der Adresse „Nicht sicher“ an. Google hat außerdem angekündigt, dass Chrome standardmäßig nachfragt, bevor eine öffentliche Seite ohne HTTPS zum ersten Mal geöffnet wird.
HTTPS einzurichten ist in der Regel kein großer Aufwand. Fehlt es trotzdem, hat sich oft lange niemand um die Technik gekümmert.
Die Inhalte stimmen nicht mehr
Alte Öffnungszeiten, Leistungen, die du nicht mehr anbietest, Mitarbeitende, die längst gegangen sind, oder die letzte „Neuigkeit“ von vor fünf Jahren lassen auch den Betrieb dahinter veraltet wirken.
Über die Seite kommen keine Anfragen
Manche Seiten sehen ordentlich aus, bringen aber nichts. Typische Gründe:
- Es ist nicht auf den ersten Blick klar, was du anbietest und für wen.
- Telefonnummer und Kontaktmöglichkeiten sind versteckt.
- Das Formular ist lang, umständlich oder funktioniert nicht.
Schick dir selbst eine Nachricht über dein Kontaktformular und prüf, ob sie wirklich ankommt.
Du kannst nichts selbst ändern
Wenn du für jede kleine Änderung erst jemanden suchen musst, der sich mit der Seite auskennt, bleibt sie irgendwann stehen. Besonders kritisch ist es, wenn du keine eigenen Zugangsdaten zu Domain, Hosting oder Redaktionssystem hast (CMS, die Oberfläche, über die Inhalte gepflegt werden).
Das System dahinter wird nicht mehr gepflegt
Viele Webseiten laufen auf einem CMS mit Erweiterungen (Plugins) und einer Programmiersprache auf dem Server, häufig PHP. All das braucht regelmäßige Sicherheitsupdates. Das PHP-Projekt selbst rät, nicht mehr unterstützte Versionen so schnell wie möglich zu aktualisieren, weil sie ungeschlossene Sicherheitslücken haben können.
Warnmails deines Hosters, Erweiterungen ohne Update seit Jahren oder ein Verwaltungsbereich, in dem sich niemand mehr etwas zu klicken traut, sind ernste Hinweise.
Was du daraus machst
Trifft nur ein Punkt zu, etwa veraltete Öffnungszeiten, reicht oft eine gezielte Korrektur. Treffen mehrere zu, vor allem bei Technik und Sicherheit, lohnt sich die Frage, ob ein Relaunch oder ein Neubau der bessere Weg ist.
Relaunch oder kompletter Neubau?
Bei einem Relaunch wird eine bestehende Webseite grundlegend überarbeitet: neue Gestaltung, oft auch neue Technik. Domain und bewährte Inhalte werden übernommen und verbessert, die bisherigen Adressen der Unterseiten bleiben erhalten oder werden sauber weitergeleitet. Bei einem Neubau fängst du praktisch bei null an.
| Situation | Eher Relaunch | Eher Neubau |
|---|---|---|
| Inhalte | Texte und Bilder sind im Kern brauchbar | kaum etwas stimmt noch, fast alles muss neu |
| Angebot | dein Angebot ist im Wesentlichen gleich geblieben | Angebot oder Zielgruppe haben sich deutlich verändert |
| die Seite wird bei Google bereits gefunden | die Seite spielt bei Google keine Rolle | |
| Struktur | die Gliederung passt, wirkt nur veraltet | Besucher finden sich grundsätzlich nicht zurecht |
| Name und Marke | Name und Logo bleiben | neuer Firmenname oder eine ganz neue Marke |
Nur die Gestaltung aufzufrischen reicht, wenn Technik und Inhalte noch stimmen. Ist das System dahinter veraltet oder die Seite am Handy kaum nutzbar, löst ein neues Aussehen das Problem nicht. Die Grenze ist fließend: Auch bei einem Neubau lohnt es sich, gute Inhalte und funktionierende Adressen mitzunehmen.
Was du beim Relaunch behalten solltest
Deine Domain
Deine Domain, also zum Beispiel deinbetrieb.de, kennen deine Kunden. Sie steht auf Visitenkarten, Fahrzeugen und in Verzeichnissen. Behalte sie, wenn es keinen triftigen Grund für einen Wechsel gibt, und prüf, ob du selbst Zugriff auf den Domain-Vertrag hast. Oft hängen auch deine E-Mail-Adressen an der Domain. Wechselst du dabei den Hoster, plane den Umzug so, dass deine Postfächer ohne Unterbrechung weiterlaufen.
Inhalte, die funktionieren
Gute Texte, echte Fotos von dir und deinem Team, Projektbeispiele: Das muss nicht weg, nur weil die Gestaltung neu wird. Oft reicht es, Texte zu kürzen und zu aktualisieren.
Die Adressen deiner Unterseiten
Hier geht bei einem Relaunch leicht etwas schief. Jede Unterseite hat eine eigene Adresse, etwa deinbetrieb.de/leistungen/badsanierung. Google kennt diese Adressen, und andere Seiten verlinken darauf. Ändert sich eine Adresse ohne Weiterleitung, landen Besucher auf einer Fehlerseite, und Google muss die neue Adresse erst wieder finden und einordnen.
In seiner Anleitung zum Umzug mit geänderten Adressen empfiehlt Google unter anderem:
- jede alte Adresse der passenden neuen Adresse zuzuordnen,
- dauerhafte Weiterleitungen einzurichten (technisch: Statuscode 301 oder 308),
- die Weiterleitungen so lange wie möglich bestehen zu lassen, in der Regel mindestens ein Jahr,
- interne Links und die Sitemap (das Verzeichnis aller Seiten für Suchmaschinen) auf die neuen Adressen umzustellen.
Google weist auch darauf hin, dass die Platzierungen während eines Umzugs vorübergehend schwanken können. Saubere Weiterleitungen helfen dir, die Grundlage zu behalten, die du dir über die Jahre aufgebaut hast.
Verweise an anderen Stellen
Denk auch an Einträge, die auf deine Webseite zeigen, etwa dein Google-Unternehmensprofil, Branchenverzeichnisse und Social-Media-Profile. Ändert sich die Zieladresse, aktualisiere dort den Link. Wie du das Profil pflegst, steht in der Anleitung zum Google-Unternehmensprofil.
Impressum und Datenschutz
Impressum und Datenschutzerklärung ziehen mit um. Kommen neue Funktionen dazu, etwa eine Terminbuchung oder eingebundene Karten, kann die Datenschutzerklärung Anpassungen brauchen. Lass das im Zweifel fachkundig prüfen. Dieser Hinweis ist keine Rechtsberatung.
So läuft ein Relaunch ab
- Bestandsaufnahme: Welche Seiten gibt es, welche werden besucht, welche Inhalte funktionieren? Dabei entsteht eine Liste aller bestehenden Adressen.
- Planung: Die neue Struktur wird festgelegt, und für jede alte Adresse wird entschieden, wohin sie künftig führt.
- Umsetzung: Gestaltung und Technik entstehen, Inhalte werden übernommen, überarbeitet oder ergänzt. Die alte Seite bleibt bis zum Start online.
- Start: Die neue Seite geht online, die Weiterleitungen werden aktiviert, und die neue Sitemap wird in der Google Search Console eingereicht, dem kostenlosen Werkzeug von Google für Webseitenbetreiber.
- Kontrolle: In den Wochen danach wird geprüft, ob Fehlerseiten auftauchen und ob Kontaktformular und Anfragen funktionieren.
Was du vor dem Start bereitlegst, steht in der Checkliste im Artikel Webseite erstellen lassen.
Was kostet ein Relaunch?
Der Preis hängt vor allem davon ab, wie viele Seiten übernommen werden, wie viel Text neu geschrieben werden muss, welche Funktionen dazukommen und wie aufwendig die Übernahme der alten Inhalte ist.
Bei Foxstack gibt es einen Webseiten-Relaunch ab 1.490 €, netto zuzüglich 19 % Umsatzsteuer. Die Umsetzung dauert meist 2 bis 6 Wochen, zwei Korrekturschleifen sind enthalten. Neu geschriebene Texte kommen gegebenenfalls dazu. Den Aufwand für die Übernahme der Inhalte und die Weiterleitungen schätzen wir nach einem Blick auf deine bestehende Seite ein. Eine erste Preisspanne zeigt dir der Kostenrechner, wenn du bei der ersten Frage „Webseiten-Relaunch“ wählst.
Egal, mit wem du arbeitest: Achte darauf, dass Domain, Zugänge und Quellcode am Ende dir gehören. Sonst stehst du beim nächsten Mal wieder vor einer Seite, die du nicht selbst in der Hand hast.